Gerd Heinig, einer von zwei Gruppenleiter empfängt die Geschenke für die Gruppe zum Jubiläum
Die Jubiläumsfeier wurde von einem visuellen Zeitstrahl der Entwicklung der Gruppe geschmückt
Am 21.10.2026 fand eine ganz besondere Veranstaltung in Thüringen statt. Die Selbsthilfegruppe „Sucht“ aus Zeulenroda-Triebes feierte ihr 40-jähriges Bestehen. Die Existenz dieser Selbsthilfegruppe ist der Weitsicht und dem Mut einer ganz besonderen Frau zu verdanken, die vor vier Jahrzehnten den Grundstein für diese Gemeinschaft legte und unter den damaligen Bedingungen das Durchhaltevermögen bewies und die Gruppe ins Laufen brachte. Nur ein Zettel im Schaukasten der Kirchgemeinde machte damals auf das Angebot aufmerksam, öffentliche Werbung war nicht erwünscht. Internet und Mobiltelefone gab es damals noch nicht und generell war zunächst die Unterstützung nicht so ausgeprägt, weil Abhängigkeitserkrankungen noch mehr von Vorurteilen und Stigmatisierung betroffen war, als es mittlerweile ist.
Erst später bekam die Gruppe Unterstützung durch die AGAS, die Arbeitsgemeinschaft zur Abwehr von Suchtgefahren und es entstand eine Kooperation mit dem Krankenhaus in Stadtroda. Staatliche Unterstützung gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Bis zur Wende Ende 1989 hatte sich trotzdem eine stabile Gruppe von ca. 10 Personen gefunden die sich im Pfarrhaus trafen.
Die Initiatorin und Gründerin gab auf Grund familiärer Veränderungen die Gruppenleitung 2008 an zwei engagierte Gruppenmitglieder ab und die damit verbundene Mitgliedschaft im Blauen Kreuz war nicht mehr gewährleistet. So gründete sich die Gruppe als freie Gruppe neu
und wurde Mitglied im Fachverband Suchtkrankenhilfe bei der Diakonie Mitteldeutschland.
Die Gruppe fördert den Zusammenhalt durch viele Aktivitäten wie das Projekt „Wege aus der Sucht“, regelmäßige Gruppenvorstellungen bei den Patienten der Klosterwaldklinik Bad Klosterlausnitz, gemeinsame Weiterbildungen und Gruppenstunden mit der Partnergruppe Almed e.V. Hof. Es finden regelmäßige Veranstaltungen wie Sommerfeste, Himmelfahrtstreffen und Weihnachtsfeiern statt.
Besonders bemerkenswert ist die gegenseitige Hilfe bei Rückfällen, Krankheiten und in schwierigen Lebenssituationen, denn niemand wird allein gelassen.
In der Selbsthilfegruppe „Sucht“ Zeulenroda-Triebes gibt es zur Zeit 3 ausgebildete Lotsen und die Mitglieder beteiligen sich aktiv bei Veranstaltungen und Weiterbildungen der Diakonie der TLS und des Thüringer Lotsennetzwerkes.
Herzlichen Glückwunsch und weiterhin gutes Miteinander!